Keine Gottesdienste mehr bis 19. April

Liebe Gemeindemitglieder,

unsere Diözese hat beschlossen, dass in unseren Kirchen bis einschließlich 19. April keine Gottesdienste mehr gefeiert werden. Dieser Entschluss ist hart, aber angesichts der Umstände auch verständlich und sinnvoll. Unsere Kirchen bleiben aber geöffnet. Die Kirchengemeinde- und Pastoralratswahlen statt, allerdings nur per Briefwahl. Bis kommenden Sonntag, 22. März, 16.00 Uhr, können die Wahlbriefe im Pfarrbüro noch eingeworfen werden. Hinsichtlich der weiteren Entwicklungen bitte ich Sie, immer wieder einmal auf unsere Homepage zu schauen! Bei allen Maßnahmen, die sinnvoll und notwendig sind, ist für mich diese Corona-Zeit auch eine geistlich-spirituelle Herausforderung. Und zwar in dreifacher Hinsicht: Zum einen ist es eine Anfrage an meine Haltung zum Leben. Manchmal können wir uns durch Dinge, die in unserem Leben geschehen, ja auch etwas sagen und bewusst werden lassen. Z.B. dass wir in unserem Leben oft viele Dinge als selbstverständlich nehmen, die gar nicht so selbstverständlich sind; dass wir unsere Freiheit zu wenig schätzen oder unseren Wohlstand. Und wenn uns jetzt so manches verwehrt wird, so können wir vielleicht wieder neu lernen, für die kleinen Dinge im Leben dankbar zu sein. Dann ist diese Zeit auch eine Anfrage an unser Gottvertrauen. Als Christinnen und Christen vertrauen wir auf Gott, der Kosmos und Welt ins Dasein gerufen hat und der seiner Schöpfung und jedem einzelnen von uns nahe ist. Gott hält Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in seiner Hand. Seiner Führung und Fügung dürfen wir in dieser Krisenzeit vertrauen. Ich wünsche uns allen dass, wir nicht verzagen, sondern gerade jetzt bei Gott Halt zu finden, der uns ja besonders in den schwierigen Lebensphasen stützen und tragen will! Und ich bitte um Ihr Gebet für die vielen Menschen, die jetzt mit dem Virus umgehen müssen - als Infizierte und Kranke, als Angehörige oder medizinisches Personal, als Behörden und Entscheidungsträger. Und schließlich ist dieser Virus eine Herausforderung für unsere Solidarität. Christliche Nächstenliebe zeigt sich jetzt darin, nicht nur daran zu denken: wie komme ich am besten durch diese Krise, sondern immer auch die Mitmenschen in den Blick zu nehmen. Wo braucht ein anderer meine Hilfe, vielleicht weil er in Quarantäne ist und selbst nicht einkaufen kann? Wie kann ich Menschen, die jetzt in schwierigen Situationen sind, unterstützen, gerade auch seelisch? Wenn in dieser Zeit Kontakte von Angesicht zu Angesicht eingeschränkt sind, tut vielleicht ein Anruf gut oder der Kontakt über soziale Medien.

Ich grüße Sie im Gebet verbunden!

Ihr Pfarrer Markus Ziegler